Sparformen im Vergleich

Sparen für Kinder in Österreich

Wer 18 Jahre lang 100 Euro im Monat auf ein Sparkonto legt, hat am Ende mehr Euro, aber weniger Kaufkraft. Wer über 18 Jahre spart, kommt an Wertpapieren kaum vorbei.

Von Martin MacheinerVeröffentlicht Aktualisiert Stand 17. Oktober 2026

100 Euro im Monat, 18 Jahre lang

Eingezahlt werden in jedem Fall € 21.600. Nach Steuern bleibt daraus je nach Sparform:

SparformAnnahmeNach 18 JahrenKaufkraft heute
Sparkonto ohne Bindung0,5 % Zinsen€ 22.341€ 15.642
Gebundenes Sparbuch2 % Zinsen€ 24.756€ 17.333
Bausparen2 % Zinsen plus 1,5 % Prämie€ 25.125€ 17.591
Fondssparplan auf Elternnamen5 % Rendite, 0,5 % Kosten€ 29.724€ 20.812
Zukunftsdepot (geplant)5 % Rendite, 0,5 % Kosten, mit Startbonus€ 33.905€ 23.739

Zinsen nach 25 % KESt, Fonds nach 27,5 % KESt beim Verkauf, Zukunftsdepot ohne KESt und mit 500 Euro Startbonus. Kaufkraft bei 2 % Inflation. Alle Sätze sind Annahmen. Aktuelle Zinsen veröffentlicht die Oesterreichische Nationalbank.

Die Zahlen hängen an den Annahmen, das Muster nicht: Zinsprodukte sichern den Nennwert, verlieren aber gegen die Inflation. Wertpapiere schwanken, haben über lange Zeiträume aber die höhere Ertragserwartung. Zwischen einem Fondssparplan auf Elternnamen und dem geplanten Zukunftsdepot liegen bei dieser Rate rund € 4.181: Startbonus und gesparte KESt. Eigene Werte rechnet der Depotrechner durch.

Die Sparformen im Überblick

SparformRisikoErtragZugriffSteuer
Sparbuch auf den Namen des KindesKeinesNiedrigGehört dem Kind, Eltern verwalten25 % KESt
BausparvertragKeinesNiedrig, plus staatliche PrämieSechs Jahre gebunden25 % KESt, Prämie steuerfrei
Fonds oder ETF auf ElternnamenKursschwankungenLangfristig höher erwartbarJederzeit, Geld gehört den Eltern27,5 % KESt, teils jährlich
GenerationendepotKursschwankungenLangfristig höher erwartbarKind frühestens ab 1827,5 % KESt
Zukunftsdepot (geplant)KursschwankungenLangfristig höher erwartbar, plus BonusKind ab 18Keine KESt bis 18 (angekündigt)

Sparbuch und Sparkonto

Das Sparbuch auf den Namen des Kindes ist die klassische Form, die das Mündelgeld-Recht ausdrücklich erlaubt (mehr dazu). Der Unterschied zwischen gebunden und ungebunden ist groß: Gebundene Einlagen bringen meist deutlich mehr als täglich verfügbare. Wer ein Sparbuch für das Kind führt, sollte deshalb einen Teil binden.

Auch 2 % reichen auf Dauer nicht: Nach 25 % KESt bleiben 1,5 %, und bei 2 % Inflation schrumpft die Kaufkraft trotzdem. Die Zinsen schwanken außerdem stark, wie die Statistik der Nationalbank zeigt.

Bausparen für Kinder

Einen Bausparvertrag kann auch ein Kind haben. Die staatliche Prämie steht für einen Vertrag zu, auf Einzahlungen von höchstens 1.200 Euro im Jahr (§ 108 EStG). Für 2026 beträgt sie laut oesterreich.gv.at 1,5 %, also höchstens 18 Euro im Jahr. Wer vor Ablauf von sechs Jahren an das Geld will, muss die Prämie zurückzahlen. Der Vorteil gegenüber einem gebundenen Sparbuch ist gering.

Fonds und ETFs für Kinder

Ein Fondssparplan läuft heute fast immer auf den Namen eines Elternteils. Das Geld gehört damit rechtlich den Eltern, bis sie es dem Kind schenken. Die KESt von 27,5 % fällt voll an, bei thesaurierenden Fonds zum Teil schon jährlich (Zukunftsdepot und KESt).

Eine Falle gibt es dabei: Fonds ohne steuerlichen Vertreter in Österreich, sogenannte Nicht-Meldefonds, werden pauschal besteuert, selbst in einem Verlustjahr (flatex.at). Für einen Sparplan über 18 Jahre kommen deshalb nur Meldefonds infrage.

Kinderkonto und Jugendkonto

Konten für Kinder und Jugendliche sind Girokonten für Taschengeld und erste Zahlungen, keine Sparform. Die Arbeiterkammer Oberösterreich vergleicht Jugend- und Lehrlingskonten. Für den Vermögensaufbau taugen sie nicht, weil das Geld täglich verfügbar liegt und kaum Zinsen bringt.

Häufige Fragen

Wie viel sollte ich monatlich für mein Kind sparen?
Eine feste Regel gibt es nicht. Entscheidend ist, dass der Betrag auch in schwierigen Jahren weiterläuft. 25 Euro, die 18 Jahre lang fließen, bringen mehr als 100 Euro, die nach drei Jahren wieder gestoppt werden. Im Depotrechner lässt sich jeder Betrag durchspielen.
Welcher ETF eignet sich für Kinder?
Für einen Horizont von 18 Jahren gelten dieselben Kriterien wie für Erwachsene: breit gestreut, niedrige laufende Kosten und in Österreich ein Meldefonds. Eine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt ist das nicht.
Lohnt sich ein Kinderkonto zum Sparen?
Als Taschengeldkonto ja, als Sparform kaum. Zinsen auf täglich verfügbares Geld liegen meist weit unter der Inflation.

Quellen

  1. Oesterreichische Nationalbank: Einlagenzinssätze
  2. § 108 EStG
  3. Europäische Zentralbank: Inflationsziel

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Diese Seite ist eine allgemeine Information und keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung. Verbindlich sind der beschlossene Gesetzestext und die Bedingungen Ihres Anbieters.

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