Der 18. Geburtstag

Zukunftsdepot ab 18

Mit dem 18. Geburtstag darf das Geld nach den bisherigen Berichten entnommen werden, und das Kind entscheidet allein darüber. Vieles andere ist noch offen.

Von Martin MacheinerVeröffentlicht Aktualisiert Stand 17. Oktober 2026

Wer ab 18 entscheidet

Minderjährig ist nach § 21 ABGB, wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat. Bis dahin verwalten die Eltern das Vermögen des Kindes, danach nicht mehr. Das Zukunftsdepot soll nach den bisherigen Berichten auf den Namen des Kindes laufen und bis zum 18. Geburtstag gesperrt sein. Beides fällt auf denselben Tag: Die Sperre endet, und das Geld gehört einer volljährigen Person, die frei darüber verfügt.

Ob sie davon den Führerschein bezahlt, ein Studium finanziert oder alles liegen lässt, ist ihre Sache. Eine Zweckbindung ist in den bisher bekannten Fassungen nicht vorgesehen. Wer als Elternteil eine bestimmte Verwendung im Kopf hat, muss das vorher besprechen und kann es nicht vorschreiben.

Was zum 18. Geburtstag noch offen ist

FrageStand
Wird das Geld automatisch ausgezahlt oder bleibt das Depot bestehen?Nicht geregelt. Angekündigt ist nur, dass entnommen werden darf.
Gilt die KESt-Freiheit für Erträge nach dem 18. Geburtstag weiter?Offen. Die NEOS nennen die Auszahlung KESt-befreit, zu späteren Erträgen sagt keine Fassung etwas.
Muss das Geld für einen bestimmten Zweck verwendet werden?In den bisher bekannten Fassungen nicht. Die Junge Wirtschaft schlägt eine steuerfreie Verwendung für Ausbildung oder Unternehmensgründung vor.
Welche Kosten gelten nach 18?Offen. Zugesagt sind keine Kontoführungsgebühren bis zur Volljährigkeit.

Das Risiko der letzten Jahre

Ein Depot, das 18 Jahre lang in Aktienfonds liegt, hat seinen höchsten Wert kurz vor dem Ende und damit auch sein höchstes Verlustrisiko in Euro. Ein Rechenbeispiel: Wer ab der Geburt 100 Euro im Monat einzahlt, hat bei 5 % Rendite mit 18 rund € 33.905. Fällt der Markt kurz davor um 30 %, bleiben rund € 23.734. Das ist nur wenig mehr als die € 22.100 aus Einzahlungen und Startbonus. Um den Verlust aufzuholen, müsste der Wert danach um 43 % steigen.

Das ist reine Prozentrechnung, keine Prognose. Sie zeigt aber, warum der feste Termin das eigentliche Risiko ist. Zwei Wege mildern es:

  • Schrittweise umschichten. In den letzten Jahren vor dem Ziel einen wachsenden Teil in schwankungsärmere Anlagen verschieben. Ob das im Zukunftsdepot steuerfrei möglich ist, regelt erst das Gesetz.
  • Den Zeitpunkt offenlassen. Wer das Geld nicht an einem bestimmten Tag braucht, kann den Verkauf auf einen günstigeren Moment verschieben. Ob das Zukunftsdepot dafür über den 18. Geburtstag hinaus besteht, ist offen.

Was passiert, wenn das Geld liegen bleibt

Wer mit 18 nichts entnimmt, lässt den Zinseszins weiterarbeiten. Ohne jede weitere Einzahlung, bei 5 % Rendite und 0,5 % Kosten:

AlterDepotwert vor Steuern
18 Jahre€ 33.905
25 Jahre€ 46.063
30 Jahre€ 57.335
35 Jahre€ 71.364

Ausgangswert: 100 Euro im Monat ab Geburt mit Startbonus. Ob Erträge nach dem 18. Geburtstag steuerfrei bleiben, ist offen.

Mit 35 hat sich der Betrag gegenüber dem 18. Geburtstag mehr als verdoppelt, ohne dass ein weiterer Euro eingezahlt wurde. Für ein junges Erwachsenenleben mit Ausbildung, erster Wohnung und wenig Einkommen ist das eine schwierige Abwägung. Sie wird leichter, wenn nicht alles auf einmal entschieden werden muss: einen Teil für das, was jetzt ansteht, den Rest für später.

Was Familien vor dem 18. Geburtstag klären sollten

  • Mit etwa 14 Jahren den Kontostand zeigen. Wer mit 18 erstmals von einem fünfstelligen Betrag erfährt, entscheidet anders als jemand, der die Entwicklung über Jahre verfolgt hat.
  • Schwankungen erklären, bevor sie passieren. Ein deutliches Minus in einzelnen Jahren gehört bei Aktienfonds dazu. Wer das vorher weiß, verkauft nicht aus Schreck.
  • Pläne für die nächsten Jahre sammeln. Führerschein, Ausbildung, Auslandsjahr, erste Wohnung: Welche Beträge werden wann gebraucht? Daraus ergibt sich, wie viel ab 15 oder 16 umgeschichtet werden sollte.
  • Die Frage nach dem Rest stellen. Was nicht gebraucht wird, kann weiterlaufen. Die Entscheidung trifft das Kind, aber sie fällt leichter, wenn es sieht, was aus dem Betrag bis 25 oder 30 werden kann.

Wie viel bei einer bestimmten Rate mit 18 zusammenkommt, zeigt der Depotrechner einschließlich Jahrestabelle und heutiger Kaufkraft.

Häufige Fragen

Was passiert mit dem Zukunftsdepot am 18. Geburtstag?
Nach den bisherigen Berichten darf das Geld ab diesem Tag entnommen werden. Ob es automatisch ausgezahlt wird oder das Depot bestehen bleibt, ist nicht geregelt.
Können Eltern mitreden, was das Kind mit dem Geld macht?
Nein. Ab der Volljährigkeit entscheidet das Kind allein. Eine Zweckbindung ist bisher nicht vorgesehen.
Bleiben Erträge nach 18 steuerfrei?
Das ist offen. Keine bisherige Fassung regelt, was mit Erträgen nach der Volljährigkeit passiert.

Quellen

  1. NEOS: Modell Zukunftsdepot
  2. ORF: Startguthaben von bis zu 500 Euro angedacht (3. September 2026)
  3. § 21 ABGB
  4. Junge Wirtschaft: Gründerkapital

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